Freitag, 12. August 2016

12 von 12 im August


Es ist Freitag, der 12. August. Wie an (fast) jedem 12. des Monats gibt es hier wieder 12 Bilder des Tages - heute sogar mitten aus der extra dafür unterbrochenen Sommerpause. Außerdem nicht aus St. Petersburg, sondern aus meiner kleinen Heimatstadt in Ostwestfalen. Wir sind seit fast sechs Wochen fort von zu Hause, haben unsere Familien und Freunde hier und in Berlin besucht und viele schöne Sachen erlebt - und allmählich freue ich mich darauf, bald nicht mehr aus dem Koffer zu leben.

Morgens wacht als erstes der Junge auf und geht hinunter zu seinem Opa. Dann komme ich, dann der Mann und schließlich das Mädchen. Meine Mutter erscheint erst, als alle schon gefrühstückt haben (nach einem kleinen Nickerchen wohlgemerkt, denn in Wirklichkeit war sie schon um sechs wach, hat einen Berg Wäsche gebügelt und dann noch 80 Minuten auf dem Ergometer gestrampelt).

Eigentlich ist ja Hochsommer, aber das Wetter spielt nicht ganz mit. Immerhin ist es mäßig warm und regnet nur leicht. Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang durch das Wäldchen hinter dem Haus.

Das Mädchen demonstriert uns hier, wie man Brennesseln anfassen kann, ohne dass es weh tut.

Unterwegs zählen wir die Schnecken, die überall herumkriechen (30 Stück, bis wir wieder zu Hause sind).

Wieder zu Hause, lese ich dem Jungen aus einem alten Was-Ist-Was-Buch vor. Erschienen 1979, ein Buch meiner Kindheit. Da ich mich nie sonderlich für die Eiszeit interessiert habe, gehört es wohl meinem Bruder.


Die Kinder spielen eine Runde Mau-Mau.



Zum Mittagessen kocht meine Mutter italienisch-deutsch-koreanisch: Es gibt Spaghetti, Tomatensauce, Gurkensalat mit Schnittlauch, Möhren, scharfes Zucchinigemüse und koreanisch eingelegte Gurken mit Chili, Knoblauch und Sesam. Es schmeckt köstlich, wie immer wenn meine Mutter kocht.


Nach dem Mittagessen gehen wir in die Stadt und besorgen Schulmaterial. Hefter, Schere, Füller, Filzstifte, Knete, Buntpapier, das ganze Sortiment. Wir haben demnächst zwei Schulkinder: der Junge wird im September eingeschult! Auf dem Rückweg kaufen wir uns (wie früher oft) bei "Kochlöffel" eine Portion Pommes. Die waren mal sehr lecker - heute schmecken sie mir gar nicht. Weil ich die Kamera vergessen habe, gibt's kein Beweisfoto.

Zu Hause klart der Himmel auf. Der Garten leuchtet in der Abendsonne.


Das Mädchen widmet sich ihrer abendlichen Aufgabe: Schnecken sammeln. (Etwas schneckenlastig, diese 12 von 12, bitte entschuldigt.) Sie findet Dutzende, wie jeden Tag. Weil meine Eltern es nicht übers Herz bringen, werden die Schnecken bei ihnen nicht vergiftet oder anderweitig umgebracht, sondern bloß in hohem Bogen über den Gartenzaun in den Wald geworfen. Ob das sinnvoll ist, wäre zu diskutieren - ich finde es sympathisch.



Dann wird es allmählich Abend. Bevor sie in die Badewanne gesteckt werden, lümmelt der Junge genüsslich auf dem Boden herum und spielt mit seinen Playmobilpolizisten, und das Mädchen liest ein Buch. Währenddessen schreibe ich schnell diesen Post. Am Montag fliegen wir zurück nach St. Petersburg - und dann geht es irgendwann auch hier auf dem Blog weiter. Liebe Grüße und bis bald! 

Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei Caro.

12 von 12 im August 2015

Donnerstag, 30. Juni 2016

Sommerpause

bimbambuki verabschiedet sich in die Sommerpause. Macht es gut und habt eine schöne Zeit mit Eis, Kirschen und Wassermelonen, mit Sonnenschein und Sommerwind und mit Sand, grünem Gras oder heißem Asphalt unter den nackten Füßen, je nachdem. Wir lesen uns - irgendwann Ende August.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Me Made Mittwoch [Jerseykleid mit Riesenblumen]

In letzter Zeit habe ich mit Zeit und Genuss für mich selbst genäht - und daher ist jetzt auch das Projekt Nr. 7 meiner Projekt Lieblingsstücke Liste fertig. Die Inspiration dafür war dieses Kleid, ein Vintagekleid aus den 1940ern. Daran gefiel mir die schlichte Form (auch wenn ich es etwas zu hochgeschlossen finde), vor allem aber die riesigen, lässig über den dunkelblauen Stoff verteilten Blumen.

In meinem ersten Post hatte ich geschrieben, dass ich aus so einem großgemusterten Stoff ein Wickelkleid nähen wollte, aber ich habe mich anders entschieden. Die Wickelung hätte die Blumen geknautscht und verdeckt. Es musste ein schlichterer Schnitt her, auf dem das Muster besser zur Geltung kommt. Ich habe daher den japanischen Kleiderschnitt verwendet, den ich schon hier, hier und hier vorgestellt habe.

Der Stoff ist ein schwerer, gut fallender Jersey. Anders als bei den bisherigen Kleidern gibt es bei diesem einen schmalen Taillenstreifen mit Tunnel auf der Innenseite für ein schmales Gummiband. Das Kleid kommt ohne Reißverschluss aus und sollte trotzdem in der Taille anliegen. Der Halsausschnitt wird einfach umgeschlagen und abgesteppt. In den Seitennähten habe ich wieder Nahttaschen eingefügt.

Die Blumen sind anders als bei dem Inspirationskleid. Grafischer und zackiger. Ein bißchen erinnern sie mich an Weihnachtssterne, was nicht geplant war. Ich hätte vorher noch mehr skizzieren sollen, um eine schöne Form zu finden - aber ich wollte unbedingt loslegen. Nach meinem Frühlingspost-Impro-Druck konnte ich es kaum abwarten, endlich mal mit einem richtigem Sieb drucken.

Aus Freezer Papier habe ich zwei Schablonen angefertigt. Auf die zugeschnittenen Stoffstücke wurden zuerst die breiten Umrisse aufgedruckt und später, als alles gut getrocknet war, darüber die schmalen. Dafür habe ich weiße Deka Permanent Stoffmalfarbe verwendet. Es fasziniert mich nach wie vor, dass man das Sieb nach dem Druck aufheben und an anderer Stelle wieder auflegen kann, ohne dass etwas verwischt.


Das Blüteninnere habe ich mit brauner Stoffmalfarbe und einem Stempel gedruckt, den ich schon für den Schwarze-Punkte-Rock verwendet habe. Was meint Ihr: Schreit das Kleid "Selbstbedruckt!" oder ist es nicht sofort zu bemerken? Ich hoffe doch, letzteres. Beim nächsten Mal probiere ich ein feineres, kleinteiligeres Muster aus...

Frauen in den unterschiedlichsten selbstgemachten Kleidungsstücken treffen sich heute wieder auf dem Me Made Mittwoch Blog.

Dienstag, 28. Juni 2016

Eine Postkarte aus St. Petersburg

Hallo liebe Lotta, hier ist eine virtuelle Postkarte aus St. Peterburg für Dich! 
Herzliche Grüße, Mond

Sonntag, 26. Juni 2016

1. Versuch in Schwarz-Weiß

Nein, dies wird nicht mein Block für den Schwarz-weißen Überraschungsquilt - wäre sonst ja auch keine Überraschung mehr. Aber für mich wird es allmählich Zeit, mir über meinen Beitrag Gedanken zu machen, und deshalb habe ich einen Probeblock entworfen und genäht. Das war keine schlechte Idee, denn ich vergesse immer wieder, dass man bei Patchworkprojekten anders vorgehen sollte als sonst. Zum Beispiel: die Nahtzugaben nicht per Augenmaß zuschneiden, sondern abmessen und aufzeichnen. An den Außenkanten lieber ein paar Millimeter zuviel als zuwenig haben, damit man sie später begradigen kann - irgendwas verzieht sich immer, und sonst ist der ganze Block krumm und hat womöglich nicht die gewünschten Maße.

Nach einigem Skizzieren stand fest: So sollte mein Probeblock aussehen, eine abstrakte nächtliche Landschaft mit Meer und Sternenhimmel. Er ist - ohne Nahtzugaben - 27x27 cm groß, wie die Blöcke, die wir für den Schwarz-Weiß-Quilt nähen. Vielleicht integriere ich ihn später in mein Projekt. Damit die Stücke korrekt zusammengefügt werden können, habe ich sie durchnummeriert. Auch den Fadenlauf habe ich aufgezeichnet, damit alle Teile ungefähr in die gleiche Richtung laufen. Die Nummern habe ich nach dem Zuschnitt auch auf die Stoffstücke übertragen - sonst hätte ich im Nu den Überblick verloren.

Dann wurden die Einzelteile auseinander geschnitten. Sie dienten als Schablonen für den Stoffzuschnitt. Die umlaufenden Nahtzugaben musste ich natürlich noch hinzufügen. Man könnte sich auch die Arbeit machen, neue Papierschablonen mit enthaltenen Nahtzugaben herzustellen - da jede von uns neun gleiche Blöcke näht, lohnt sich das womöglich sogar. Den unteren Teil aus Bergen und Meer habe ich als erstes genäht: A1 an A2, das an B, das an C, D1 an D2 und dann beides aneinander. Dann habe ich die 1 cm breiten schwarz-weißen Sternenhimmelstücke genäht. Zum Schluss wurden alle Streifen zusammengefügt.

Von vorne gefällt mir der Probeblock ganz gut, aber die Rückseite zeige ich Euch lieber nicht. Meine frei nach Augenmaß geschnittenen Nahtzugaben sind an einigen Stellen nämlich nur noch ein paar Millimeter breit, so dass ich sie kaum vernünftig bügeln konnte. (Stoff schrumpft und verschwindet manchmal mysteriöserweise beim Nähen, das muss ich mir merken ;-) Bei meinen richtigen Blöcken wird ordentlich gemessen. 

Bei Babajeza konnte man schon einen Blick auf schwarz-weiße Stoffe erhaschen, ich bin so gespannt, was sie und Fränzi, Olga, Monika, Alexa, Claudia, Babette und Jennifer sich ausdenken werden! Vielleicht gibt es zwischendurch mal einen kleinen Sneak preview, die fertigen Blöcke werden aber erst im September gezeigt.

Übrigens würden Mariette und Wiebke gerne eine zweite Gruppe aufmachen. Ich wäre dabei, so dass wir für einen etwas kleineren Quilt noch mindestens drei, besser aber sechs weitere Leute bräuchten. Wenn Dich das Projekt reizt und Du mitmachen möchtest, dann melde Dich doch bitte bis spätestens Ende Juni per E-Mail an mond[at]berlin[punkt]com bei mir, wir würden uns sehr freuen!

Freitag, 24. Juni 2016

Freitags | Rebus #104

Jeden Freitag suchen wir hier ein Buch, einen Film, ein Lied, einen Ort, einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier, versteckt in einem oder mehreren Bildern. Wer gerne rät, ist herzlich dazu eingeladen. Eure Kommentare bleiben verdeckt und werden gegen Abend veröffentlicht. Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein virtuelles Bienchen - und wer drei Bienchen gesammelt hat, bekommt von mir eine kleine Überraschung per Post.

Beim letzten Freitags | Rebus vor der Sommerpause suchen wir eine britische Fernsehserie. Wer schaut sie auch?

Mittwoch, 22. Juni 2016

Es blüht und sprießt im Paradies

Bei Müllerin Art ist Muster Mittwoch, und das Thema lautet immer noch "Paradies". Wie bei meinem letzten Beitrag habe ich wieder etwas gestickt. Kein Muster, nur ein Stück vom Paradies, in dem es kräftig blüht und sprießt, sich aber nichts wiederholt. Laut Wikipedia ist das ein Rapport - die kleinste abgeschlossene Einheit eines Musters. Daraus habe ich am Rechner das letzte Bild zusammenbastelt.



Verwendet habe ich die Stickerei - wieder mal - für ein etwas folkloristisch angehauchtes kleines Täschchen. Dieses soll meine Mutter bekommen, in derem Garten es auch paradiesisch blüht und sprießt.